Erfahrungsaustausch und die Erweiterung der Kabarnet-Hürth-Schule standen im Mittelpunkt –
Eine vierköpfige Delegation aus der kenianischen Partnerstadt Kabarnet war zu Gast in Hürth. Der Besuches ist Bestandteil eines aktuellen Bau- und Zusammenarbeitsprojektes der Partnerstädte zur Erweiterung der „Kabarnet Huerth Secondary Day School“, die 2007 auf Initiative aus Hürth gegründet und seit dem ständig ausgebaut wurde. Bürgermeister Dirk Breuer begrüßte Projektkoordinatorin Caroline Kemboi, Juliet Washa, Schulleiterin der Kabarnet Hürth–Schule, Stadtdirektor a.D. Julius Bolei, der inzwischen dem Verwaltungsvorstand der Schule vorsitzt und Reuben Rutto, Dezernent für Wohnungswesen und Stadtentwicklung des Baringo County, dessen Verwaltungssitz Kabarnet ist.
Die beiden Städte verbindet seit 1988 eine Städtepartnerschaft, die in fast 40 Jahren durch zahlreiche gemeinsame Projekte und vielfältige Hilfsmaßnahmen geprägt wurde. Durch diese langjährige Zusammenarbeit hat Hürth den Ort Kabarnet maßgeblich mitgeprägt, besonders durch die finanzielle Hilfe beim Ausbau der Kabarnet-Hürth-Schule, im Bereich der Wasserversorgung oder die Unterstützung von Frauen- und Selbsthilfegruppen vor Ort, wozu inzwischen auch viele von Hürtherinnen und Hürther gespendete Kühe gehören.
Die aktuelle Erweiterung der Schule wird durch des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert. Kommunalverwaltungen können über das Förderinstrument „Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte“ eine Förderung für entwicklungspolitische Projekte beantragen, die im Kontext partnerschaftlicher Kommunalbeziehungen mit einem Land des Globalen Südens entwickelt und umgesetzt werden. Wichtig dabei sind gegenseitige Besuche zum Austausch von Erfahrungen bei der Kommunalverwaltung und zum Knowhow-Transfer.
Einen Schwerpunkt der Begegnung in Hürth bildete dann auch der Bereich schulische Bildung. Während des Aufenthalts standen Workshops auf dem Programm, deren Ziel die nachhaltige Planung und Errichtung, der Betrieb und die Instandhaltung von Schulgebäuden waren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kabarnet erhielten
Einblicke in Bau- und Instandhaltungsstrategien für Schulgebäude. Workshopinhalt war auch Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden und deren Übertragbarkeit auf Kabarnet. Bei einer Rundfahrt durch Hürth hatten die Gäste die Möglichkeit Bauprojekte, wie den Schulneubau der Friedrich-Ebert-Realschule, zu besichtigen.
„Der Austausch mit unseren Gästen aus der Partnerstadt war bereichernd. In den Workshops zum Schulneubau konnten wir wertvolle Perspektiven teilen. Diese Städtepartnerschaft setzt ein starkes Zeichen für globale Zusammenarbeit, Respekt und gegenseitiges Lernen“, betont Bürgermeister Dirk Breuer.
Rüdiger Winkler, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Hürth, ergänzt: „Aus Hürth unterstützen wir den Schulbau in Kabarnet bereits seit vielen Jahren. Die aktuelle Begegnung mit dem Schwerpunkt der Erweiterung und Instandhaltung der Schule ist dabei von zentraler Bedeutung. Ausreichend Schulraum sichert die schulische Ausbildung in unserer Partnerstadt. Gute Gebäudepflege verlängert die Nutzungsdauer der Bestandsgebäude, erhöht die Sicherheit und verbessert die Lernbedingungen.“
Weitere Programmpunkte waren unter anderem ein Besuch im Düsseldorfer Landtag und im Hürther AI Village, ein Arbeitsessen mit Vertreterinnen und Vertretern des Arbeitskreises Wirtschaft Hürth sowie die Projektvorstellung für Vertreter der Fraktionen des Rates der Stadt Hürth.
Am Albert-Schweitzer-Gymnasium kamen die Gäste aus Afrika mit Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern ins Gespräch. Im Fokus standen gegenseitige Einblicke in das Schulwesen beider Länder, ein Austausch über Bildungswege sowie eine Fragerunde. Ein zentrales Thema war zudem die mögliche Schulpartnerschaft, die den Lern- und Kulturtransfer beider Seiten stärken könnte.
Das aktuelle Bau- und Zusammenarbeitsprojekt muss von den beiden Partnerstädten gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden. Es wird ermöglicht durch eine Förderzusage des zuständigen Bundesministerium und dessen Servicestellen.
